Herman Van Veen

Herman Van Veen
Mänchen

Ich kenn' sie gut, die Menschen,
war ja selber einer jahrelang.
Eines Tages hatte ich die Schnauze voll.
»Jetzt sagt mein Herrchen,
was ich tun und lassen soll —
was für ein Unterschied!
Ich mußte früher meinen Mann stehn,
jetzt mach' ich Männchen,
das bringt mehr Profit,
und auch mein Liebesleben
ist nicht mehr so kompliziert.
Ich kann nach Herzenslust kriechen
wie damals im Büro,
nur ohne Risiko,
heb' ab und zu das Bein,
das gilt nun als fein,
hier hin ich Hund,
hier darf ich's sein.

Ich fühl' mich jetzt viel freier,
als ich vorher jemals war.
Der Anblick täuscht;
die Leine ist berechenbar.
Ich habe sehr viel Auslauf.
Als Hund ist man sehr wachsam,
soll es sogar sein,
und wenn es mir befohlen wird,
beiß' ich blindlings in ein Bein.

Mein Herrchen sorgt für mich,
ohne den Mann war' ich verloren,
er liebt mich mehr als seine Frau.
Ist er gut aufgelegt,
krault er mich untentwegt
hinter den Ohren.
Er meint's nicht so,
wenn er mich schlägt.

Angst vor Menschen hab' ich keine;
der Tierschutz hat starke Vereine.
In Deutschland gibt es sie,
das weiß ich,
seit 1933.

Sanderxx

Submitted by Sanderxx at Mon 13 Jun, 2011 2:55 pm

Sanderxx

Last updated by Sanderxx at Thu 05 Jul, 2012 11:32 pm

Author: Thomas Woitkewitsch, Rob Chrispijn
Composer: Herman van Veen & Erik van der Wurff
Publisher: ?
Published in: 1979
Language: German
Covered from: Herman Van Veen - Honds
Available on: Elf Lieder (1979), Heute Abend (lp2) (1980)

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