Das betrübte
arme Wesen
vergeht
und fleht
um Zärtlichkeit,
den Bauch sorgfältig
schöngewaschen,
die Brüste bittend
in einer zögernd
angezogenen Bluse,
Knöpfe sind nicht nötig,
ein Scheitel im Haar,
die Schenkel lose beieinander,
sehnsüchtig nach einer Hand,
die bleibt.
Das betrübte
arme Wesen
sehnt sich
nach Kaffee,
Heim und Kindern,
sehnt sich
nach Filzpantoffeln,
Zeitung und Pfeife,
sehnt sich
nach Tratschen
mit den Nachbarn.
Mehr hat sie nicht nötig.
Gut für
eine Nacht,
ganz schnell mal,
sagt er,
versteckt im C&A-Jackett.
Laut herrschender Meinung
sieht sie
nach mehr
nicht aus.
Und unter ihrem Fenster
stehn sechzehn vergnügte Uniformen,
und sie singen,
und sie springen,
und sie sind ja so froh
mit Pauken und Trompeten:
»Jesus ist der Weg,
Jesus ist der Port,
Jesus ist der Mann,
und das ist sein Bier!«
Mein Gott
wie einsam
ist es hier.
Submitted by Sanderxx at Mon 13 Jun, 2011 2:32 pm
Last updated by Sanderxx at Tue 26 Jun, 2012 12:59 am